Einbindung von Betroffenen und Angehörigen in die Leitlinienarbeit

Die AG Impuls bringt die Perspektiven von Betroffenen und Angehörigen in die Weiterentwicklung der S3-Leitlinie Psychosoziale Therapien ein.

Im Rahmen der Leitlinienarbeit wurde durch die AG Impuls der strukturierte Einbezug von Betroffenen- und Angehörigenvertreter:innen systematisch umgesetzt. Die Beteiligten kamen regelmäßig zu Arbeitstreffen zusammen, die einen vertieften fachlichen und inhaltlichen Austausch ermöglichten. Unterstützt wird diese Arbeit durch die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN). Einmal jährlich finden zudem Präsenztreffen im Rahmen des DGPPN-Kongresses statt, die den persönlichen Austausch fördern.

Die Arbeitsgruppe brachte ihre Expertise insbesondere in die Weiterentwicklung der S3-Leitlinie „Psychosoziale Therapien bei schweren psychischen Erkrankungen“ ein. Die von der AG Impuls verfassten Textboxen innerhalb der Leitlinie sind ein zentrales Instrument zur Einbindung der Perspektiven von Betroffenen und Angehörigen und ermöglichen ein Sichtbarwerden dieser in der Leitlinie. Der gesamte Arbeitsprozess war eingebettet in die Arbeit eines umfassenden Leitliniengremiums bestehend aus 43 Fachgesellschaften und Verbänden und wurde von PD Dr. Uta Gühne, Prof. Dr. Thomas Becker und PD Dr. Dr. Stefan Weinmann begleitet. Die Beteiligten schätzten vor allem die Möglichkeit, eine ergänzende Sichtweise darstellen zu können, den intensiven Austausch auf Augenhöhe und das Einbringen eigener Ideen und Impulse.

Die beteiligten Vertreter:innen sind über verschiedene Selbsthilfe- und Fachverbände stimmberechtigt im formalen Konsensprozess der Leitlinienentwicklung. Dazu zählen der Bundesverband der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen e. V., der Bundesverband Psychiatrieerfahrener e. V., das Geschwisternetzwerk e. V., EX-IN Deutschland e. V. sowie das NetzG – Bundesnetzwerk Selbsthilfe Seelische Gesundheit e. V. Stimmberechtigung bedeutet in diesem Zusammenhang, dass ihre Vertreter:innen gleichberechtigt an Entscheidungsprozessen beteiligt sind und aktiv über Inhalte und Empfehlungen der Leitlinie mitentscheiden.

Partizipation trägt entscheidend dazu bei, die tatsächlichen Bedürfnisse und Herausforderungen von Menschen mit psychischen Erkrankungen und ihren Angehörigen in den Mittelpunkt der Leitlinienentwicklung zu stellen. Ihre Erfahrungen und Perspektiven sind unerlässlich, um eine Versorgung mitzugestalten, die nicht nur fachlich wirksam ist, sondern auch menschenwürdig, respektvoll und individuell ausgerichtet bleibt.


© Universität Leipzig. Medizinische Fakultät Institut für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health (ISAP)