
Psychoedukation kommt aus dem englischen Sprachraum und ist eine Zusammensetzung aus den beiden Begriffen „psychotherapy“ und „education“, wobei das Wort „education“ in diesem Zusammenhang nicht „Erziehung“, sondern vielmehr Aufklärung, Wissensvermittlung und Bildung bedeutet.
Unter Trialog werden Gesprächsforen verstanden, die auf eine gleichberechtigte Begegnung von Psychiatrie-Erfahrenen, Angehörigen und professionell Tätigen zielen. Eine Sonderform des Trialogs stellen Psychoseforen oder trialogische Seminare dar.
Der Begriff Psychoedukation bezeichnet die Aufklärung von Patienten und Angehörigen über die Krankheit sowie deren Behandlungsmöglichkeiten. Ziel ist es, das Krankheitsverständnis und den selbstverantwortlichen Umgang mit der Erkrankung zu stärken und bei der Krankheitsbewältigung zu unterstützen. Struktur und Inhalte von Psychoedukation orientieren sich sehr stark an den eigenen Erfahrungen der Betroffenen.
Psychoedukation geht über eine einfache Informationsvermittlung hinaus und beinhaltet:
Empfehlung der Leitlinie (Expertenkonsens):
Jeder Betroffene mit einer schweren psychischen Erkrankung hat über die gesetzliche Aufklärungspflicht der Behandelnden hinaus ein Recht darauf, situationsgerechte Informationen zu seiner Erkrankung, deren Ursachen, Verlauf und den verschiedenen Behandlungsalternativen sowie (Selbst-)Hilfemöglichkeiten über den gesamten Behandlungsverlauf vermittelt zu bekommen. Die Informiertheit des Patienten ist Grundlage gemeinsamer Entscheidungsfindung und Voraussetzung gesundungsfördernden Verhaltens. Menschen mit Migrationshintergrund sollten diese Informationen unter Berücksichtigung des kulturellen und sprachlichen Hintergrunds erhalten können.
Empfehlung der Leitlinie (Starke Empfehlungsstärke):
Es wird empfohlen, dass Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen zur Verbesserung des Behandlungsergebnisses und Krankheitsverlaufs eine strukturierte Psychoedukation ausreichend lange und möglichst in Gruppen angeboten werden soll. Angehörige sollen in die psychoedukative Intervention einbezogen werden.
Im Trialog werden die verschiedenen Kompetenzen von
Empfehlung der Leitlinie (Expertenkonsens):
Informationsvermittlung und -austausch mit dem Ziel der Förderung der Krankheitsverarbeitung und Verbesserung des Krankheitsverlaufs kann auch im Rahmen von Trialogforen und Psychoseseminaren angeboten werden.
Empfehlung der Leitlinie (Expertenkonsens):
Eine trialogische Zusammenarbeit zwischen Betroffenen, Angehörigen und professionell Tätigen kann eine Voraussetzung für eine Kooperation aller Beteiligten sein. Die trialogische Zusammenarbeit kann neben der individuellen Therapiebeziehung verschiedene Ziele verfolgen (z. B. Öffentlichkeitsarbeit, Qualitätsanforderungen, Fortentwicklung der Versorgungsstrukturen). In allen Bereichen von Planung, Angebot und Evaluation von Hilfeangeboten, in der Öffentlichkeits- und Antistigma-Arbeit sowie in Lehre und Forschung soll eine trialogische Zusammenarbeit unterstützt werden.
„Ich wünsche mir mehr Informationen über die psychische Erkrankung, über deren Ursachen, Verlauf und Behandlungsmöglichkeiten."
Psychoedukation & TrialogSelbstmanagementSelbsthilfe-GruppenPeer-Arbeit
„Ich wünsche mir, stärker in alle Entscheidungen zur Behandlung und Unterstützung eingebunden zu sein."
„Ich wünsche mehr, über Behandlungsmöglichkeiten meiner psychischen Probleme zu erfahren.“
Gemeindepsychiatrische BehandlungPsychoedukation & TrialogKünstlerische TherapieBewegungs- und Sporttherapie
„Ich wünsche mir eine individuelle Unterstützung im Rahmen meiner Wohnsituation."
"Ich wünsche mir mehr Unterstützung, um einer beruflichen Tätigkeit nachzugehen, die meinen persönlichen Neigungen und meinen Vorstellungen entspricht."
"Ich wünsche mir eine stärkere Einbindung in das soziale Leben und mehr Kompetenzen, Beziehungen mit anderen Menschen in Familie, Freizeit und Beruf zu leben."
Training sozialer FertigkeitenSelbsthilfe-GruppenTagesgestaltung & KontaktfindungBerufliche Teilhabe
"Ich wünsche mir mehr Unterstützung in der Beziehungsgestaltung und der Sorge um meine Kinder."
"Ich möchte mein allgemeines Wohlbefinden und meine körperliche Gesundheit verbessern."
Bewegungs- und SporttherapieGesundheitsförderliche Interventionen